Frühe Rahlenbecks in Unna, Westhofen und Dinker
                                                              
Früher gab es in Unna bei Hochzeiten eine spezielle Abgabe, den sogenannten "Brautwein". Im Brautweinbuch 1 wurden diese Abgaben genaustens registriert. Der verstorbene Mitarbeiter des Stadtarchives in Unna, Willy Timm, gab eine überarbeitete Version dieses Buches heraus für die Zeit von 1623 bis 1808. Dort findet man mehrere Personen mit Namen Rahlenbeck, die alle, so scheint es, in eingesessene, bessere Familien von Unna einheirateten. Es zeigt sich also, dass es schon sehr früh Ralenbeck's in Unna gab.

1657   Brautwein: Johan Ralenbecke Anna Micke
1667   Brautwein: Peter Ralenbecke
Margaretha Geibings
1668   Brautwein:
Johan Ralenbecke
Anna Catharina Börners
1676   Brautwein  Catharina Elisabetha Ralenbecks
Johann Kalckhoff
1683   Brautwein  Clara Anna Ralenbecke Johann Friedrichs
1701   Brautwein: Eberhard Ludolph Ralenbeck Anna Catharina Hemmers
1701   Brautwein  Christina Margaretha Ralenbecke
Johann Eberhard Karthauß
1714   Brautwein 
Anna Margaretha Rahlenbeck 03.12.1713 Johann Michael Moser  
1715   Brautwein  Clara Catharina Ralenbeck Johan Peter Kalckhoff
1720   Brautwein: Johan Peter Ralenbeck 22.10.1719 Anna Margaretha Nottebaum
1750   Brautwein: Johan Wilhelm Ralenbeck
Anna Elisabeth Osthoff
1755   Brautwein: Johan Herman Rolenbeck
Anna Catharina Wiesman

Kinder von Johann Wilhelm Rahlenbeck und Anna Osthoff 
1750 sind vermutlich:
1) Johann Friedrich Wilhelm Rahlenbeck  ~ 15.07.1750 in Unna
2) Clara Elsaben Ralenbeck 
~ 14.02.1752 in Unna, ∞  vermutlich 23.05.1784 Peter Johann Heder in Unna
3)
Johann Henrich Rahlenbeck 
~ 14.09.1757 in Unna
4)  David Caspar Rahlenbeck  
~ 10.04.1759 in Unna
 
Ein Rahlenbeck taucht im Archiv der Stadt Kamen auf, er wurde am 05.11.1714 in Kamen bestattet: Peter Rallenbeck, gebürtig aus Unna. Dabei könnte es sich um den 1667 in Unna verheirateten Rahlenbeck handeln.

Im Archiv Haus Heeren bei Kamen wird aus dem Jahre 1719 ein Johann Peter Rahlenbeck aus Unna (vermutlich der unter 1720 oben genannte) erwähnt mit einem Kaufbrief für Ferdinand Christoph Albrecht von Plettenberg über Brameys- und Heymanns Kotten zu Werve (Archiv Haus Heeren). Einen Johannes Peter Rahlenbeck finden wir auch unter den Daten der Mormonen als Vater des am 01.06.1713 in Unna getauften Sohnes Friedrich Wilhelm Adam Rahlenbeck wieder.Er könnte also schon einmal verheiratet gewesen sein.Sonst ist über die Herkunft oder die Verwandtschaftsverhältnisse dieser Rahlenbecks nichts bekannt. Es könnte also gut möglich sein, dass Kalthofer Ahnen unter ihnen sind. Eine bestimmte Person weckt in diesem Zusammanhang Interesse, nämlich Johann Ralenbecke oder besser gesagt: zwei verschiedene Johann Ralenbecke.Beide kamen aus Schwelm und beide sind laut Kirchenbuch dort Söhne des Peter Ralenbeck. Entweder gab es gleichzeitig zwei Peter Ralenbeck in Schwelm oder Peter Rahlenbeck hatte wirklich zwei Söhne, die beide Johann hießen. Im letzteren Fall sind dann aus unbekannten Gründen die anderen Vornamen in den Unterlagen vermutlich entfallen.

"Johann Ralenbeck, seeligen Petern Ralenbecks nachgelassener Sohn, mit Margaretha Huelsbergs, weiland Johan Püters, Rahtsverwanten und Bürgers zu Westhofen hinterlassenen hinterlassener Wittiben. Dimittiert  ad Westhoffensem" 2


Margaretha oder Greite war vermutlich die Tochter des Rotger Hülsberg, auch Beker ( Becker ) genannt, geboren um 1594, gestorben am 20.01.1690 und der Catharina Schnetzler, geboren um 1593, gestorben am 05.08.1688. Johann und Margaretha hatten sicher mehrere Kinder. In der Datenbank der Mormonen wurden allerdings nur zwei gefunden, nämlich den Sohn Henrich Ralenbeck 3, am 30.03.1682 getauft und eine Tochter Anna Elisabeth Ralenbeck 3, geboren um 1685 und am 19.04.1699 in Westhofen konfirmiert. Der Vater, Johann Ralenbeck, starb während eines Besuches in Cleve/Niederrhein 4 am 12.08.1694, nur 45 Jahre alt, und Margaretha ein Jahr später am 11.09.1695 in Westhofen 4. Es könnte sich lohnen, hier weiter zu forschen, ob es noch mehr Kinder gab und ob es Verbindungen zu unserer Familie in Kalthof./ Hennen gibt.
Quelle: Günter Schürmann

Der zweite Johann ( Johannes) Ralenbecke, auch er im Heiratsbuch von Schwelm, aber im Jahre 1677 als Sohn des seeligen Peter Ralenbeck erwähnt, müsste etwa um das Jahr 1655 geboren sein. Er starb in Dinker am 02.07.1715. Verheiratet war er zweimal. Zuerst 1677 mit Clara von Heil 5, geboren 1637 in Heil-Herringen bei Hamm, Tochter des Johann Schulze Heil, gestorben um 1669 und der Mechelen Westhoff aus Billmerich/Unna. Clara war die Witwe des Hermann zur Horst, auch Simon 6 genannt, " Rentmeister" auf Gut "Haus Mark", dem Stammsitz der Grafen Mark. Johann Ralenbeck heiratete nicht nur seine Witwe, sondern übernahm auch seine Verwalterstelle dort 7, eine Stelle, die er später auch auf Gut "Haus Vellinghaus" in Dinker hatte. Aus Unterlagen im Landes Archiv von NRW geht hervor , dass der " Pächter" Johann Ralenbeck1687 den Befehl erhält zur Räumung des Hauses Mark 11 .
Am 25.03.1697 stirbt Johann Ralenbecks Frau Clara von Heil , aber schon am 15.10.1701 heiratet Johann  Clara Färber, die Witwe des Johann Dietrich Färber, auch Brinkwirth genannt. Johann Ralenbeck bewarb sich 1705 zusammen mit Clara Färber um die Rentmeisterstelle auf dem "Gut Rhynern". Die Stelle ging aber an seinen Schwager Johann Asbeck und dessen Frau.
Clara Färber und Johann Ralenbeck kauften sich um 1714 einen eigenen Hof, den Hof "Westerhoff" in Dinker
8 von Johann Westerhoff. Auch alte Schuldenforderungen an Alhard v. Droste gingen an die neuen Besitzer über 11.
Clara Färber hatte aus der Ehe mit Johann Dietrich Färber drei Töchter. Bis jetzt konnte noch nicht geklärt werden, ob sie auch Kinder in 2. Ehe mit Johann Ralenbeck bekam. Hier gibt es sicher noch Anlass für weitere Forschungen: Eine weitere Frage ist , ob es Kinder aus Johanns erster Ehe mit Klara von Heil gab.

Als Johann Ralenbeck im Alter von 60 Jahren in Dinker am 2.Juli 1715 starb, vererbte er laut Testament 120 Reichstaler an die Kirche in Dinker, eine Gabe, die laut einem erhaltenen Dokument in Dinker 9 dem Herrn von Reck zu Haaren steht. Von Reck gehörte einer großen Adelsfamilie an, die in diesem Teil Westfalens mehrere Güter besaß.
Die Witwe Clara heiratete am 04.06.1716 erneut und zwar Peter Hülsenbeck 10 ,genannt Westerhoff, geboren in Hennen um 1674, verstorben am 23.04.1732  " 5 Jahre ständig krank gewesen im Alter von "48 Jahren und 5 Monate". Er war der Sohn des Melchior Hülsenbeck und Maria Schulte zu Lennighausen. Peter Hülsenbeck und Clara hatten keine Nachkommen.

Quellen: 1 Bürger- und Brautweinbuch der Stadt Unna 1623/68-1808, überarbeitet von Willy Timm, 2 Archiv Haus Martfeld, Schwelm, 3 Genealogical Index, 4 Kirchenbuch Westhofen-Hohensyburg, 5 Kirchenbuch Schwelm, 6 Geschichte der ev. Kirchengemeinde Mark, Pastor Wittmann, Deutscher Heimatverlag, Bielefeld 1949, 7 Dokument ev. luth. Gemeinde Mark "Auf Begehren Dietrich Bussmanns, weil er des Schreibens unerfahren unterschreibet dieses Johann Ralenbeck" 8 Dokument Stadtarchiv Soest, A 3468, von 1705 über den Verkauf von Schlagholz in Oestinghausen durch Johann Ralenbeck, Westerhoff und seiner Frau Clara Färber, 9 Archiv der Kirche in Dinker, 10 Die Familienbibel der Familie Hülsenbecks in Schwelm und Gevelsberg, ( Interessant ist, dass auch die Familie Hülsenbeck ihren Ursprung in Schwelm hat.) Haus der Stadtgeschichte Kamen. 11 Landesarchiv NRW.